Leck in riesigem Dieseltank

 
VON PETRA WOZNY
Die Feuerwehr Zorbau probt in zwei Unternehmen den Ernstfall. Dabei müssen sie zunächst einen riesigen Dieseltank abdichten, der ein Leck hat. Anschließend wird eine Höhenrettung trainiert. Die Belohnung für den Einsatz folgt am Abend. 
Gefeiert, gegrillt, und ein Lagerfeuer entfacht wurde am Sonnabendabend in Zorbau - die Kameraden der Wehr hatten sich das Fest verdient. Eine den gesamten Tag andauernde Katastrophenübung in zwei Unternehmen des ansässigen Gewerbegebietes steckte ihnen in den Knochen.
 
Zurück also zum ersten Hahnenschrei. Der Samstag beginnt in Zorbau 8 Uhr mit dem Heulen der Feuerwehrsirene. Minuten später schieben sich zwei Löschzüge aus dem Feuerwehrgerätehaus. 16 Kameraden um Wehrleiter Raimo Schweigel rücken aus. Das Ziel ist nur wenige hundert Meter im Gewerbegebiet die internationale Speditionsgesellschaft Krug. Hier soll ein Dieseltank mit 100 000 Litern Inhalt ein Leck haben - so der eingegangene Notruf. „Zum Glück nur eine Übung“, meint Ronny Okon, der Fuhrparkleiter, der es sich nicht nehmen lässt, selbst mit vor Ort zu sein. Der 35-Jährige ist seit 1996 bei der Wehr und derzeit Kreisfeuerwehrjugendwart. „Dass die Kameraden den Ernstfall üben müssen, ist doch klar. Und am besten ist das unter realistischen Bedingungen“, meint er dazu, das von nun an Feuerwehrleute von der Spedition Besitz ergreifen.
 
Gruppenführer Sören Neuhaus weist die Kameraden ein. Drei kümmern sich sofort um das vermeintliche Leck und legen Ölwannen unter die mächtigen Behälter der unternehmenseigenen Tankstelle, an der die 35 Fahrzeuge ihren Diesel im Alltag bekommen. Andere Kameraden stehen bereit, um mit Wasser oder Schaum zu löschen. Im Ernstfall könnte es durch den auslaufenden Kraftstoff zu einem Flächenbrand, ja auch zu einer Explosion kommen. Jeder Handgriff sitzt bei den Brüdern Marcel und Michel Ecknigk. Sie umgurten den Tank und decken die Schwachstelle mit einem Kissen ab. Christian Burger sitzt indes auf dem Löschzug, der 9 500 Liter Wasser im Bauch hat.
 
Philipp Grüttner hält ein Schaumrohr. Im Fäll der Fälle könnte er auf einen Brandherd 900 Liter Schaum schicken. Der Azubi bei der Mibrag ist vor wenigen Tagen erst von der Jugendwehr zu den Erwachsenen aufgerückt. Den 18-Jährigen freut das. „Ich bin seit sieben Jahren bei der Feuerwehr. Du musst zwar Abstriche in der Freizeit machen, aber es macht Spaß“, meint der Zorbauer. Mit ihm kamen noch drei weitere Jugendliche in die Wehr - nun wird Nachwuchs in der Jugendwehr gesucht.
 
Von der Spedition Krug rücken die Feuerwehrleute gegen Mittag bei der benachbarten Müllverbrennungsanlage Sita ein. Hier gilt e,s einen Menschen aus 30 Metern Höhe zu bergen. Ein anstrengendes Unterfangen, gibt Wehrleiter Raimo Schweigel zu, auch wenn es sich bei dem Verunfallten zum Glück nur um eine Puppe handelt.
 
Abends am Grill: Erschöpft genießen die Kameraden die gemeinsamen Stunden. In diesem Jahr waren sie bereist 16-mal im Einsatz. Auch da saß jeder Handgriff.
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