Feuerwehrleute üben am brennenden Mähdrescher

VON ANDREA HAMANN

ZORBAU/MZ. Um 9.15 Uhr fahren die Einsatzwagen der Zorbauer Feuerwehr am Sonnabend mit lautem Sirenengeheul zum örtlichen Gewerbegebiet. Ziel ist die Landtechnik Krone. Ein Mann soll sich bei Schweißarbeiten im Motorraum eines Mähdreschers verletzt und eingeklemmt haben, der Drescher soll brennen. So lautet die Information, die die Brandbekämpfer vor Ort erhalten.



Übung der Freiwilligen Feuerwehr Zorbau bei der Firma Krone Landtechnik in Zorbau
In Nebel gehüllt ist der Einsatzort der Zorbauer Feuerwehr. Hier transportieren sie während ihrer Übung einen Verletzten. (FOTO: ALEXANDER BLEY)


Routiniert gibt Einsatzleiter Raimo Schweigel den Kameraden Anweisungen. Was bis dahin kaum einer weiß: Es handelt sich um eine Übung im Rahmen des dritten Feldlagers der Wehr. Der erste Einsatztrupp kümmert sich um die verletzte Person. Das ist keine leichte Aufgabe. Der Dummi wiegt etwa 80 Kilogramm. Derweil bereitet der zweite Trupp die Brandbekämpfung vor. Da werden die Schläuche gelegt und gekuppelt. Der Dummi wird auf die Trage gelegt und in Sicherheit gebracht. Nun rückt der zweite Trupp vor. 2 500 Liter Wasser des Hilfeleistungslöschfahrzeuges (HLF) strömen aus dem Schwerschaumrohr und die Spritze. "Es läuft tadellos, sie sind sehr diszipliniert und es herrscht keine Hektik", lobt Schweigel.

Währenddessen bereitet die Jugendwehr, die dieses Mal mitwirken darf, die Wasserstrecke vom etwa 300 Meter entfernten Löschteich vor. Als das Wasser des HLF aufgebraucht ist, tritt diese Versorgung nahtlos in Kraft. Das Wasser wird mit der Pumpe des 27 Tonnen schweren Großtanklöschfahrzeuges, übrigens dem größten Wehrauto im Landkreis, zum Drescher gedrückt.

Aufmerksam verfolgt Bernd Gneist das Spektakel am Rande des Geschehens. Er ist der Prokurist des Unternehmens. "Das hier ist mein Albtraum", sagt er. Feuer ist eines der gefährlichsten Unglücke, die dem Betrieb zustoßen könnten. "Deshalb herrscht auf dem gesamten Gelände Rauchverbot", nennt Gneist eine der Maßnahmen, um solche Katastrophen zu vermeiden. Er weiß, wovon er spricht. Wäre dieser Einsatz Ernstfall, so hätte Gneist einen Schaden von etwa 300 000 Euro zu verkraften. Ganz zu schweigen von möglichen Verletzten. Der Wehrleiter ist zufrieden. "Das hat super geklappt. Das muss man allen hoch anrechnen, schließlich ist es die Freizeit, die die Kameraden hier opfern", macht Schweigel klar.

Die Übung war nur eine von vielen, die die Brandbekämpfer während ihres Feldlagers absolvierten. Am Tag davor trainierten sie in der Viehanlage in Nessa das Einfangen von Kühen. Außerdem gab es eine Übung in der Müllverbrennungsanlage. Dort wurde die Handhabung der firmeneigenen Löschgeräte trainiert.

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